Irre Aufholjagd mit viel Moral

So richtig ringen wir heute immer noch nach Worten für das vergangene Spiel. Am Freitag fieberten schon alle Erzgebirge Aue Fans bis zur 100. Minute mit den Lila-weißen mit. Am Sonntag dann das gleiche Spiel bei unserem SVG bis zur 94. Minute, ehe Schuster den Ball per Foulelfmeter zum vielumjubelten 4:3 unterbrachte.

 

Vor dem Spiel nahm Trainer Tobias Moritz seine Männer in die Pflicht - nur drei Punkte zählen gegen Schwarzenberg um etwas aus dem Tabellenkeller zu kommen. Er setze nahezu auf die gleiche Elf aus dem Spiel gegen Sosa. Einzig Stefan Böhm blieb leicht angeschlagen auf der Bank, dafür rutschte Wenzel neben Eusewig auf die Doppelsechs und im Sturm ersetzte Beck den verletzten Schneider.

Das Spiel begann mit einer guten Chance für unser Team, aber eine scharfe Eingabe von Hilbert fand keinen Abnehmer. Ein absoluter Blackout von Schuster, der einen Pass quer vor dem Tor in die Füße von Dolidze spielte, verschaffte dem FSV die Führung. Dolidze legte in Folge des Fehlpasses auf Süß und dieser musste nur noch zum 0:1 einschieben (5.). Ein Fehler, welcher so leicht einfach nicht passieren darf, denn schon in der F-Jugend lernt man: Nie quer vor dem eigenen Tor spielen. Das Tor gab unseren Gästen Aufschwung und sie dominierten die Partie in dessen Folge. Dolidze (12.) und Süß (35.) erhöhten das Ergebnis auf 0:2 und  0:3. Bei einem Freistoß für unsere Gäste in der 45. Minute schlug der Ball am Pfosten ein und man konnte mit dem 0:3 noch ganz zufrieden sein. Chancen für unsere Jungs im 1. Durchgang? Fehlanzeige! Bedient schlichen alle unsere Spieler in die Kabine.

Trainer Moritz sprach in der Halbzeit die Fehler ruhig und sachlich an. Appellierte an sein Team, dass es erstmal grundlegend nach einem 0:3 zur Halbzeit um Schadensbegrenzung geht. Man sich gut aus der Affäre ziehen müsste und versuchen sollte natürlich den Anschluss zu erzielen. Dadurch könnte so ein Spiel nochmals eine Eigendynamik entwickeln.

Er wechselte Nils Hänel für Franz Beck ein und Stefan Böhm kam für Frank Eusewig. Zudem rutschte Schuster von der Dreierkette auf die Sechs neben Wenzel.

Trainer Moritz war noch nicht einmal richtig an seiner Trainerbank, als sein Team in der 2. Halbzeit das erste Mal Taten sprechen ließ: Ecke Schuster - Kopfball Hänel und schon stand es 1:3 (46.). Auch in der Folgezeit bestimmten unsere Jungs jetzt das Geschehen auf dem Platz. Schuster dribbelte mit Ball in Richtung gegnerischen Sechzehner, legte auf Hilbert, der sofort weiter auf Reuter und dieser schlenzte den Ball herrlich über Torhüter Bunde in die lange Ecke zum 2:3 (54.). Da war der Anschlusstreffer und unsere Männer wollten jetzt mehr. Viele Ecken und Freistöße waren gefährlich, brachten aber nicht den Erfolg, bis zur 63. Minute. Erneut Ecke Schuster und dieses Mal Kopfball Hilbert -  3:3 - Ausgleich! Nun hatte man auf einmal auch wieder einen Punkt zu verlieren und bekam kurze Zeit später einen erneuten Dämpfer. Dolidze ließ in einer Aktion Kaden stehen, dieser wusste sich nur noch mit einem Foul zu helfen und kassierte dadurch seine zweite gelbe Karte und somit gelb-rot (66.). Man war also knapp 25. Minuten in Unterzahl. Man musste also klaren Kopf bewahren und sich seine Kraft einsparen, um nicht wieder in Rückstand zu geraten. Als Dolidze sich dann auch zu einem „Frustschubser“ hinreißen ließ, bekam dieser ebenfalls die gelb-rote Karte und alles war Spielertechnisch wieder auf null gestellt. Unser Team roch nun seine Chance dem Spiel doch noch seine Krone aufsetzen zu können. Hilbert - Reuter - Hänel - Wenzel - Schuster scheiterten alle an Keeper Bunde oder aber am Aluminium. Auch als Letzterer alleine auf Bunde zulief und den Torhüter schon fast umkurvt hatte, bekam dieser noch seine Fingerspitzen an den Ball, auch den Nachschuss konnten die Schwarzenberger auf der Linie klären. Von dort sprang der Ball vor die Füße von Florian Hänel und dessen Schuss konnte der Verteidiger nur mit der Hand abwehren. Schiedsrichter Weiske zeigte in Minute 94. auf den Punkt. In Aue war es die 100. Minute und Männel hielt, sollte das vielleicht ein schlechtes Omen sein? Schuster schnappte sich die Kugel und er hatte ja aufgrund seines Bockes aus 1. Halbzeit noch einiges gut zu machen! 

Er zeigte keine Nerven und versenkte die Kugel zum vielumjubelten 4:3. Nun wollte man das Ergebnis über die Zeit bringen und dies gelang auch. Als Schiedsrichter Weiske dann nach knapp 96. Minuten abpfiff, war der Jubel riesig und Trainer Moritz sollte mit seiner „Eigendynamik eines Spiels“ recht behalten. Besonders er stachelte die Mannschaft immer wieder an und trägt einen sehr großen Anteil am dann aufgrund der 2. Halbzeit doch nicht unverdienten Sieg. Zusammenfassend ein Spiel was jeden Euro wert war. In der 1. Halbzeit für die mitgereisten Schwarzenberger, in der 2. Halbzeit für unsere Heimfans.

 

Tore: 0:1 Süß, 0:2 Dolidze, 0:3 Süß, 1:3 N.Hänel, 2:3 Reuter, 3:3 Hilbert, 4:3 Schuster (11m)

 

Lieder kehrte unsere Zweite mit einer 0:1 Niederlage von Spitzenreiter Witzschdorf zurück. Bis zur 88. Minute hielt man die Null, was letztlich auch für eine gute Leistung spricht. 

 

Tor: 1:0 Rosa

Letzte Änderung am Dienstag, 22 Oktober 2019 10:57

SPIELBERICHTE

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